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Sonntag, 18. Dezember 2011

Vierter Advent

In sechs Tagen ist schon Heilig Abend, um das Fest der Liebe schon am vierten Advent gebührend zu würdigen, war Leo bei mir.
Freitag und Samstag waren wir Weihnachtsgeschenke shoppen. Dabei haben wir nicht nur die Standardläden abgeklappert, sondern uns auch auf ganz neue Erfahrungen eingelassen: zum Beispiel waren wir im Allnatura- Megastore.

Hier in Bonn gibt es an jeder Ecke Biosupermärkte, alleine in meinem kleinen bescheidenen Stadtteil sind es drei. Bisher habe ich noch keinen mit meinem Besuch beehrt, aus Verzweiflung hat sich das jetzt geändert. Und woooooah. Ehrlich. Von der Fläche her größer als unser Friedrichsdorfer Aldi und es gibt alles. Angefangen bei den bio- und fair trade- Ausgaben der herkömmlichen Lebensmittel über alle möglichen Gewürze, ein Teesortiment, das jeden Engländer überfordern würde bis hin zu allen erdenklichen Mehl- und Linsenarten, Falafelgrundmischungen und Brotaufstriche zum Neiderknien. Es ist der Wahnsinn gewesen. Wir waren über eine Stunde in diesem Laden drin, dabei sind wir nichtmal Verfechter des Biolebensstils.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich auch einen Großteil der Zeit gehofft, dass ich nicht so aussehe, wie die Leute, die sonst noch in dem Laden waren: die eine Hälfte gehörte zur Gattung der LOHAS(=Lifestyle of Health and Sustanability), also Leute,die sich gerade als Öko bezeichnen, weil es im Moment chic ist und sie sonst nichts zu tun haben (das alles hindert sie aber nicht daran, in benzinschleudernen Porsche- "Gelände"wagen herumfahren). Die andere Hälfte sah aus, als würden sie nach dem Einkauf gleich in den Wald Bäume umarmen gehen. Ich habe nichts gegen alternative Menschen, im Gegenteil. Aber ein bisschen übertreiben kann man es schon. Auf jeden Fall eine interessante Erfahrung und ich glaube, die Falafel zum selber machen hole ich mir bald mal.

Den Rest des Wochenendes haben wir im Bett oder in der Küche verbracht. Auf das Plätzchen backen haben wir doch verzichtet, dafür gab es serbische Bohnensuppe (eins meiner Lieblingsgerichte), die zwar gut war, aber weder so aussah, noch so geschmeckt hat, wie sie sollte. Das muss ich nochmal üben. Und am Sonntag haben wir Krautkrapfen gemacht.
Krautkrapfen, für alle die es nicht kennen, sind - um meine Stiefoma zu zitieren - "german Ravioli". Ausgerollter Nudelteig, der mit Sauerkraut gefüllt, zu einem Strudel gewickelt, in Scheiben geschnitten, angebraten und dann in Gemüsebrühe gegart wird. Unglaublich lecker, auch wenn es sich im ersten moment etwas schräg anhört.

Die vier Stunden kochen haben sich also gelohnt. Ihr fragt euch, warum vier Stunden? Stellt euch vor, ihr wollt einen Nudelteig machen - aber ihr habt keine Waage. Stellt euch vor, der Teig muss verrührt und geknetet werden - aber ihr habt kein elektronsiches Gerät im Haus, das das irgendwie meistern könnte. Stellt euch vor, der Teig ist fertig, jetzt muss er ausgerollt werden - aber ihr habt keine Rolle. Und zum Schluss wollt ihr die fertigen Krapfen garen - aber ihr besitzt keine Pfanne, die einen Deckel hat.

Aber die Not macht erfinderisch und wir kreativen Menschen hatten damit kein Problem. Es hat halt alles etwas länger gedauert. Für die Mehlmenge haben wir das benötigte Gewicht in Volumen umgerechnet und alles mit einem Messbecher portioniert. Den Teig hab ich einzig mit Muskelkraft überwältigt. Wer mal einen Nudelteig gemacht hat, weiß wie zäh der ist und was das für eine Anstrengung bedeutet. Der Knetenteil hat bestimmt auch eine Stunde in Anspruch genommen. Das Ausrollen habe ich dann Leo überlassen - mit einer Thermoskanne. Und zum Garen haben wir schließlich einfach ein Backbleck auf die Pfanne gelegt. Tadaa.

Das Wochenende war auf jeden Fall sehr schön. Für etwa eine halbe Stunde lag auch Schnee auf den Dächern. Dann hat es wieder angefangen, zu regnen und zu hageln.
Auch sehr weihnachtlich.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Ohne Titel

Der nächste Besuch stand keine vier Tage später vor der Tür (diesmal sogar nicht vor der Haustüre sondern samt Audi vor der Arbeit, bereit, mich abzuholen - super!). Mein liebster Leo ist da!
Im Gepäck übrigens eine leckere selbst gebackene Mandarinentorte - ist das nicht süß? Im wahrsten Sinne des Wortes, das ist es! Deswegen gleich hier an der Stelle genannt, damit es auch die Leser unter euch mitbekommen, die gleich aussteigen.
Donnerstag haben wir nicht mehr viel unternommen, nur gemeinsam gekocht und uns einen gemütlichen Abend gemacht. Freitag nach der Arbeit haben wir leckere Käsenudeln gekocht und uns dann mit Anne und Anne und Jenny und Alex auf in die Stadt gemacht. Nach einer sehr kurzen Kneipentour sind wir auf eine hammermäßige WG- Party gegangen.
Auf fünf Etagen Party mit verschiedenen DJs, das Haus zur hälfte extrem gut saniert (das Bad war toll! Riesen Spiegel, alles in einem schönen blau gekachelt und überall Pflanzen. In der obersten Küche war ein niegelnagelneuer Terra cotta- Boden...) zur anderen hälfte total verkommen, weswegen die Miete wohl so billig war...
Bewohner und Gäste waren größtenteils Punks oder Hippies, weil weltoffen gab es aber auch einige Ausnahmen. Wir haben gut getanzt und uns gut unterhalten (wobei Leo natürlich am Meisten von allen getanzt hat - wer findet den Fehler?^^).
Samstag waren wir shoppen, ich habe Ohrringe und ein Oberteil sowie ein Lankabel gekauft.
Außerdem waren wir auf dem Tag der vereinten Nationen. In der Innenstadt waren Zelte der verschiedenen Organisationen aufgebaut und überall gab es Spiele und Informationen. Erbeutet haben wir eine Tasse des BMZ, eine UN-Leinentasche, Kullis, Gummibärchen und einen Gutschein für einen halbstündigen Spaziergang in der Natur ohne Ablenkungsmanöver wie Telefonieren oder Einkaufen.
Aufmerksam möchte ich euch auf eine Seite machen:
freerice.com
Hier könnt ihr zum Beispiel Hauptstädte suchen, Flaggen zuordnen, Vokabeln abgefragt werden. Für jede richtige Antwort spendet eine Firma zehn Körner Reis an Bedürftige. Das alles ohne Anmelden oder Werbung. Super Konzept!
Sonntag waren wir im Museum König. Das ist das größte Museum zu Ökologie und Biodiversität. Und ich muss sagen, es war echt nicht schlecht. Mittelpunkt der Ausstellung sind Tiere und deren Entwicklung. Dazu gibt es vor allem ausgestellte Tiere (wobei wichtig zu sagen ist, dass für diese Ausstellung keine Tiere extra getötet wurden, da Ziel der Ausstellung unter anderem Tier- und Naturschutz ist). Von Europa über Afrika, Asien, Amerika und die Pole und von Vögeln über Insekten, Fische, Amphibien, Reptilien bis hin zu Säugetieren alles vertreten und mit vielen Informationen. Alles wirklich sehr schön aufbereitet und interessant gemacht.
Am besten hat mir jedoch der letzte Stock gefallen: Hier gab es eine Sonderausstellung zu Evolution und Wirtschaft. Es wurde aufgezeigt, dass Wirtschaft sich genauso wie Evolution verhält. Beispielsweise: Damit ein Tier oder eine Pflanze überlebt, muss sich das Lebewesen eine ökologische Nische suchen, in der es keine Konkurrenz gibt. Damit ein Unternehmen überlebt, müssen deren Produkte Marktlücken finden, um der Konkurrenz zu entgehen.
Total gut gemacht und wirklich erstaunlich. (Es gab noch mehr Beispiele als dieses sehr naheliegende.)
Sonntag Abend waren wir noch mit Anne und Anne einen in Troisdorf trinken. Dieser Abend ist dir gewidmet gewesen, liebe Emmi:
Ein Guinnes auf Anicia. Ich konnte mich leider nicht dazu durchringen eins zu trinken nach deiner Beschreibung ;-)
Wie immer an so schönen Tagen rannte uns die Zeit so schnell davon, dass es Montag war, bevor wir uns umgucken konnten...

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Willst du mit mir gehen?

Nur ein kleiner Freudenpost: heute ist es genau ein Jahr her, dass Leo auf dem Zettelchen "Ja" angekreuzt hat, wir sind also 365 Tage offiziell zusammen. Wir sind beide noch sehr verliebt mit Schmetterlingen und allem drum und dran (von wegen, das geht irgendwann weg!) und sogar zuversichtlich, dass das trotz Entfernung noch eine Weile so bleibt. ♥ Wo auch immer ihr seid, ich hoffe, ihr freut euch mit uns und feiert heute ein bisschen!